Lot 6063 Limit € 5.500
Entwurf Josef Hoffmann, 1928, Silber 900 und Ebenholz, Wiener Werkstätte, vierteilig, rundes Tablett mit Teekanne, Sahnegießer und Zuckerdose, unterseitig je gemarkt: JH, Wiener Werkstätte, Feingehalt, Wiedehopf, Made in Austria, aufwendige Gestaltung mit kannelierten Säulenfüßen, auf der martelierten Wandung aufgebrachte Art déco-Ornamente, die vierseitigen Holzknäufe ornamental beschnitzt, die Holzgriffe in Schweif-Form mit eingelegten feinen Silberbändern, geringe Gebrauchsspuren, eine Silbereinlage im Holzgriff des Sahnegießers fehlend, ansonsten sehr schöne Erhaltung, H ca. 14,5 bis ca. 17,5 cm, Tablett-D ca. 35,5 cm, zus. brutto ca. 2739 g, Provenienz: sächsischer Privatbesitz. Das opulente Teeservice stammt aus der Spätzeit der Wiener Werkstätte und stellt einen gestalterischen Höhepunkt im Schaffen von Josef Hoffmann dar. Die klare, architektonische Formensprache ist verziert mit einer Vielzahl von fein gearbeiteten Ornamentdetails. In Kombination mit der vortrefflichen handwerklichen Arbeit und den verwendeten edlen Materialien schuf Hoffmann ein überaus prunkvolles Ensemble. Josef Hoffmann (1870 Pirnitz – 1956 Wien) zählt zu den bedeutendsten österreichischen Architekten, Mitbegründer der Künstlervereinigung Wiener Secession, neben Koloman Moser (1868-1918) Gründungsmitglied der Wiener Werkstätte, darüber hinaus Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule und Betrieb eines Architekturbüros. Das Teeservice erschien im Jahr des 25jährigen Jubliäums der Wiener Werkstätte und wurde nach vorhandenen Dokumenten lediglich siebenmal ausgefertigt. Ein weiteres Set befindet sich im Museum für angewandte Kunst Wien, zuletzt ausgestellt in der großen Josef Hoffmann-Retrospektive 2022 sowie in der Dauerausstellung des MAK Wien, vgl. Kat. Josef Hoffmann 1870-1956. Fortschritt durch Schönheit, 2021, S. 285.